Mehr als 50 Jahre

Im Jahr 1996 hieß es bereits seit 50 Jahren "Geologisch-Paläontologische Arbeitsgemeinschaft in Kiel". Es waren schnell vergangene Jahre, denn mit unserem Hobby rast die Zeit, eine Zeit, deren Ausmaße auch wir nur schwach erahnen können.

Die Paläontologie (der Begriff wurde 1825 von DE BLAINVILLE eingeführt) wird auch heute noch als relativ junge Wissenschaft bezeichnet. Sie besteht kaum mehr als 300 Jahre.

Umso mehr sind wir stolz auf die fast 70-jährige Geschichte unserer Arbeitsgemeinschaft in Kiel.

 

29. Mai 1946

Diesen Tag kann man als Geburtstag unserer Arbeitsgemeinschaft betrachten.

Der "Sommer-Arbeitsplan 1946" der "Volkshochschule mit Jugend-Volkshochschule der Stadt Kiel" verzeichnete unter der Ordnungszahl 28 den Kursus "Einführung in die Geologie". Es sollte - ganzsemestrig - der Gang der Erdgeschichte an Beobachtungen in Schleswig-Holstein erläutert werden. Aussprachen waren ausdrücklich vorgesehen.

 

Professor Wetzel

kann als Begründer und Seele der Arbeitsgemeinschaft angesehen werden ...

Als Dozent wurde der Universitätsprofessor Dr. Walter Wetzel vom Geologischen Institut angekündigt. Ort und Zeit der Handlungen war Mittwochs von 20 - 21 Uhr im damaligen Geologischen Institut in der Hohenbergstrasse 2.

Die Kurse fanden rasch Anklang und es kam zu einer dauerhaften Gemeinschaft Gleichgesinnter. Begründet durch die akademische Lehrtätigkeit des Dozenten gehörte zu den Kursteilnehmern stets ein gewisser Anteil von Fachstudenten jüngerer Semester.

 

Karl-Heinz Tiedemann

Neben Professor Wetzel wirkte, gewissermassen als "Assistent", der Bibliotheksangestellte Karl-Heinz Tiedemann mit. Die Gruppe lebte überwiegend aus der Kraft dieser beiden Persönlichkeiten.

Als sich Professor Wetzel altershalber zurückzog, übernahm Karl-Heinz Tiedemann die Leitung der Freizeitgeologen. Professor Wetzel verstarb 1978 im 91. Lebensjahr.

Fortan lenkte Herr Tiedemann die Geschicke der Arbeitsgemeinschaft, der nicht nur alle Referate und Planungen übernahm, sondern auch zahlreiche Exkursionen organisierte.

Der plötzliche Tod Karl-Heinz Tiedemanns im August 1984 stellte die Arbeitsgemeinschaft vor fast unlösbare Probleme, denn sie hatte nicht nur einen Freund, sondern auch den Motor der Gruppe verloren.

Um den Fortbestand der Arbeitsgemeinschaft zu sichern, war man sich schnell einig, dass ein neues Gerüst errichtet werden musste, eine Konstellation, die nicht nur auf eine Person zugeschnittten war.

Nach dem Motto "soviel Verein als nötig, so wenig wie möglich", wurde erstmalig eine Satzung erstellt.

Drei Vorsitzende lösen sich im jährlichen Wechsel ab. Sie werden von einem Kassenwart und einem Schriftführer unterstützt. Bücherwarte betreuen die vereinseigene Bibliothek, die z. Zt. mehr als 500 Bücher, Karten usw. umfasst.