... an dieser Stelle sollen die Zeitalter unserer schönen Erde vorgestellt werden

die Steinzeit



Der Begriff "Steinzeit" geht auf den dänischen Archäologen THOMSEN zurück und gilt für jenes Zeitalter, in dem "der Stein" für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen verwendet wurde. Diese von Menschenhand angefertigten Geräte werden von den Archäologen als Artefakte bezeichnet.


Die Steinzeit ist das älteste und längste Zeitalter der Urgeschichte. sie begann in Europa vor mehr als einer Million Jahren und endete mit der Herstellung und Verwendung von Bronze.

Die Steinzeit wird in Europa in die drei Perioden "Altsteinzeit" (Paläolithikum), "Mittelsteinzeit" (Mesolithikum) und "Jungsteinzeit" (Neolithikum) gegliedert.

Das Klima war sehr wechselhaft, es lösten sich milde Warmzeiten mehrfach mit kalten Eiszeiten ab. In manchen Gebieten Europas regte sich in der Steinzeit sehr starker Vulkanismus. Im Verlauf der Steinzeit entwickelte sich aus primitiven Vorläufern der heutige Mensch.

Der kulturelle Aufstieg vom Vormenschen zum Jetztmenschen war mit einer allmählichen Zunahme der Körpergrösse, der Entwicklung des Gesichtes und des Gehirns sowie mit merklichen Veränderungen der Schädelform und des Skelettbaus verbunden. Auch die Sprachfähigkeit wurde immer mehr verbessert. Diese Entwicklung vollzog sich ausschliesslich in der Altsteinzeit. Die Menschen der Alt- und Mittelsteinzeit waren nicht sesshaft, sie ernährten sich fast nur von der Jagd und vom Sammeln ("Aneignende Wirtschaftsweise"). Das Wanderleben der Jäger, Sammler und Fischer endete in der Jungsteinzeit. Der Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise begann mit der Rodung der Wälder.

Pflanzliche und tierische Nahrung wurden bewusst hergestellt, Rohstoffe, Nahrung undJagdgebiete waren Gemeinbesitz der Lokalgruppe, individuell gefertigte Arbeitsmittelsowie Schmuck und Kleidung persönlicher Besitz. Die Hauptsorgen der jungsteinzeitlichen Bauern galten dem Gedeihen der vom Wetter abhängigen Ernte und der Viehzucht. Deshalb opferten sie vermutlich zu bestimmten Jahreszeiten sogar Menschen. Die Herstellung von Gebrauchsgegenständen wurde im Laufe der Steinzeit immer mehr vervollkommnet.

Die Altsteinzeit gilt als "Zeit des geschlagenen Steins", in der Werkzeuge und Waffenaus verschiedenen Gesteinsarten durch immer raffiniertere Schlagtechniken angefertigt wurden.

Am Beginn dieser Entwicklung standen grob, durch wenige Schläge zugerichtete Geröllgeräte, an ihrem Ende meisterhaft gefertigte Faustkeile. Auch Knochen und Geweih dienten als Rohstoffe. Für die Mittelsteinzeit ist der Gebrauch von auffallend kleinen Steingeräten kennzeichnend, die man wegen ihrer geringen Grösse "Mikrolithen" nennt.

Die Jungsteinzeit präsentiert sich als "Zeit des geschliffenen Steins".Charakteristisch sind geschliffene und für die Aufnahme des Schaftes durchbohrte Steinäxte. Spitzenerzeugnisse der weiterhin betriebenen Steinschlagtechnik waren gegen Ende der Jungsteinzeit die Feuersteindolche. Das Rohmaterial für Steinwerkzeuge und Waffen musste in einigen Gebieten, in denen es keine entsprechenden Vorkommen gab, beschafft oder eingetauscht werden. Der Bedarf an Feuerstein wurde in der Jungsteinzeit so gross, dass man in einigen Ländem Europas bereits Feuerstein-bergwerke im Tagebau betrieben hat.

Eine der wichtigsten technischen Neuerungen der Jungsteinzeit war die Erfindung der Töpferei. Die Herstellung von Keramikgefässen dürfte eine Folge der Sesshaftigkeit der frühen Ackerbauern und Viehzüchter gewesen sein. Denn seit die Siedlungen nicht mehr ständig verlegt wurden, war es möglich, leicht zerbrechliche Tongefässe zu entwickeln, die an die Stelle der vorher gebräuchlichen Vorratsbehälter aus organischem Material traten.
Die Tongefässe wurden häufig vor dem Brennen mit aufwendigen Mustern verziert. Schmuck wurde im Laufe der Jungsteinzeit aus verschiedenen Materialien hergestellt. Kalkstein, Marmor, Knochen, Hirschgeweih oder Bernstein waren besonders begehrt.

In Norddeutschland, Dänemark und Holland existierte von etwa 2800 bis 2300 v. Chr. die sogenannte"Einzelgrab-Kultur". Den Begriff "Einzelgrab-Kultur" hat 1882 die Prähistorikerin Johanna WESTORF (18291909) aus Kiel eingeführt. Charakteristisch für diese Kultur sind einzelne Gräber unter Erdhügeln.

Unsicher datierte Pflugspuren unter einem Grabhügel von Ostenfeld (Nordfriesland) und vereinzelte Abdrücke von Getreidekörnern auf Tongefässen liefern Hinweise auf den Ackerbau zur Zeit dieser Kultur. Auch die Viehhaltung (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Hunde) war für die Einzelgrab-Kultur üblich.

Die Frauen der Einzelgrab-Leute erfreuten sich an manchem Schmuck. Beliebt waren vor allem aus Bernstein geschaffene Perlen, welche den Kopf, den Hals oder die Handgelenke zierten.

Als typisches Tongefäss dieser Zeit gelten die geschweiften Becher. Darunter versteht man ein schlankes Gefäss mit abgesetztem Boden und geschweiftem Oberteil. Dreiviertel aller Becher wurden mit Schnureindrücken, Fischgräten- oderTannenzweigmustem verziert. Die Einzelgrab-Leute besassen geschäftete Feuersteinbeile und Felsgesteinäxte, die als Arbeitsgeräte anzusehen sind. Als Waffen standen ihnen vor allem Streitäxte, aus Felsgestein gearbeitet, und polierte Klingen zur Verfügung. Aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg kennt man etliche Äxte mit Ritzver-zierungen, die vielleicht auf die Zahl des damit erlegten Wildes oder gar der getöteten Feinde hinweisen sollen. Die Streitäxte der Einzelgrab-Kultur imitieren teilweise kupferne Vorbilder. Eine solche Steinaxt mit Gußnaht wurdebeispielsweise in Wittenborn (Segeberg) gefunden. Kupferprodukte sind an Fundstellen der Einzelgrab-Kultur nicht entdeckt worden.

 

 

Bronzezeitliche Darstellung eines Elches
(ca. 4000 Jahre alt) Dieses Replikat eines
Fundes entstammt der Umgebung von
Ljusnan, Härjedalen (Schweden).

Bei dem Original wurde ein Gemisch
aus Ockerfarbe und Fett verwendet.

 

Die Einzelgrab-Leute haben ihre Toten meist unverbrannt bestattet. Die männlichen Bestatteten wurden in der Regel mit einer Streitaxt, mindestens einem Feuersteinbeil, einem Feuersteinmesser und einem tönernen Becher versehen. Den Frauen gab man ebenfalls häufig ein Feuersteinmesser und einen Becher mit ins Grab.

Ausserdem trugen sie vielfach Halsketten mit Bernsteinperlen. Solche Beigaben deuten auf den Glauben an ein Weiterleben im Jenseits hin.


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das Tertiär



Vor 65 Millionen Jahren beginnt das Tertiär, die erste Periode der Erdneuzeit.
Die ersten beiden
Epochen (Paläozän und Eozän) endeten vor ca. 37 Millionen Jahren. Seinen Namen erhielt
das Tertiär als "dritte" Zeit; ursprünglich dem
Mesozoikum und dem Paläozoikum nachgeordnet.

Die alpidische Gebirgsfaltung setzt sich fort. Im Westen Amerikas kommt es zu Hebungen
und Faltungen, begleitet von z.T. starkem Vulkanismus. Durch Verschiebung der
afrikanischen Platte Richtung Norden kommt es im Süden Eurasiens zur Auffaltung von
Kaukasus und Alpen. Die australische Platte trennt sich vom antarktischen Kontinent.
Auf der nördlichen Halbkugel driften Nordamerika und Europa weiter von Grönland weg.

Das im Paläozän noch in weiten Bereichen tropische bis subtropische Klima kühlt sich bis
gegen
Ende des Eozäns spürbar ab, was auf Flora und Fauna tiefgreifende Auswirkungen hat

(z.B. durch Umwandlung von Wäldern in Grasland mit ihrer Auswirkung auch auf die Tierwelt).

In den marinen Lebensräumen treffen wir erstmals auf Wale, diese ins Meer
zurückgekehrten Landsäugetiere, desgleichen auf Pinguine und Robben.

Vielfältig ist auch die Festlandsfauna. Insbesondere erleben die Säugetiere eine ständig zunehmende
Formenvielfalt. Die Anzahl dieser Tierfamilien erreicht schon fast die heutige Menge.


Im Paläozän werden bereits einige Säugetiere den Primaten zugeordnet.

Im Paläozän entwickelt sich das etwa hundegrosse Urpferd und aus dem Eozän kennen wir moderne
Formen weiterer Pflanzenfresser. In diese Zeit fällt auch die Kenntnis der
ältesten Vorgänger unserer
heutigen Elefanten, der Gattung Moeritherium.
Sehr erfolgreich entwickeln sich die Nagetiere.

Das Oligozän beginnt vor etwa 37 Mio.Jahren, das Ende des Miozäns liegt bei etwa 7 Mio.vor heute.

Die alpidische Ära der Gebirgsfaltungen setzt sich noch über diese beiden Epochen hinaus fort.
Im Westen Nordamerikas entstehen die Sierra Nevada und die Rocky Mountains. In Nordafrika wird
der Atlas aufgefaltet. Australien drückt auf seiner Drift nach Norden die indische Platte gegen
Asien;
es kommt zur Bildung des Himalaja-Gebirges.

Das Mittelmeer, der bisher verbliebene Rest der Tethys, verliert seine Verbindung zum Atlantik,
was im nachfolgenden Pliozän zur kurzfristigen Austrocknung führt.

Die allgemeine Abkühlung des Klimas setzt sich während dieser Epochen fort.

Nutzen ziehen aus dieser Abkühlung auf dem Festland die Gräser und Kräuter, die eine grosse
Artenvielfalt entwickeln und im Miozän die erheblichen, durch den Rückzug der Wälder
freiwerdenden Landgebiete erobern.

Die Landsäugetiere entwickeln bereits moderne Formen.
Eine weite Ausbreitung ist im Miozän bei den Menschenaffen feststellbar.

Im marinen Bereich vollziehen sich bei den Wirbellosen nur geringfügige Änderungen.
Bei den marinen Wirbeltieren ist eine rasante Ausbreitung der Wale feststellbar.

 

Otodus obliquus -
ein Haizahn aus dem
Eozän Marokkos

Gleiches lässt sich von den Insekten sagen. Zahlreiche Formen, z.B. in Bernstein
eingeschlossen, sehen ihren heutigen Verwandten sehr ähnlich.

Säugetiere sind Leitfossilien für die kontinentalen Stufen.

In den Meeren sind Nummuliten, Moostierchen, Muscheln, Schnecken, Seeigel
und
Knochenfische weit verbreitet und in grosser Anzahl vorhanden.

Für die Stratigraphie besitzen Foraminiferen und Nanoplankton besonderen Leitwert.

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Jura - Kreide

Der Jura, die mittlere Periode des Erdmittelalters, beginnt vor 185 Millionen
Jahren und dauert 50 Millionen Jahre bis zur nachfolgenden Kreidezeit.

Das Schweizer Jura-Gebirge gab dieser Periode seinen Namen. Die Namensgebung der
Untergliederungen "Lias", "Dogger","Malm" basiert auf englischen Steinbrecherausdrücken.


Die wichtigsten erdgeschichtlichen Geschehnisse erfolgen in den
äquatorialen und pazifischen Geosynklinalen.

Nach einem Start bereits in der obersten Trias setzt sich die alpidische Gebirgsbildung
(Nordamerika = Nevadiden, NO-Sibirien Kimmeriden) im Jura fort.

Gondwana ist endgültig in verschiedene Kontinente zerbrochen.

Atlantik und Indik befinden sich noch im Anfangsstadium ihrer Bildung.

Das zu Beginn überwiegend feuchtkühle Klima ändert sich zum Ende der Jurazeit in ein
warm-arides. Im feucht-kühlen Lias bilden sich dunkle Schiefer, im wärmeren Dogger
brauneisenreiche Sandsteine und Eisenoolithe und im Malm helle Kalke.

Zu bemerkenswerten Transgressionen kommt es im Dogger, zu Regressionen
dagegen Ende des Malm. Die Dreigliederung des Jura ist weltweit zu verfolgen.

Die Flora des Landes wird durch die Weiterentwicklung des Pflanzenbildes der Trias bestimmt.
Koniferen, Gingkogewächse und Palmfarne sind die wesentlichen Bäume der Wälder des Jura.
Die Farne sind weniger stark vertreten als in der Trias.



Saccocoma pectinata,
eine freischwimmende Crinoide des Jura von Solnhofen

Die in der Trias noch in Kleinformen angetroffenen Landsaurier entwickeln Riesenformen
und
werden zur beherrschenden Tierart an Land. Die Säugetiere, alle sehr kleinwüchsig,
spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das Meer wird bevölkert von den bereits in der
Trias erstmals aufgetretenen Sauriern, wie den Plesiosauriern und den Ichthyosauriem,
aber auch von Ammoniten, Belemniten, Muscheln, Schnecken, Korallen und Seelilien,
um nur einige zu nennen. Teilweise haben sich die Krokodile marine Lebensräume
erobert. Als Riffbildner treten Korallen auf, während Radiolarien und Schwämme
wichtige Gesteinsbildner sind.



Dactylioceras
sp. - ein Ammonit des Jura von England.
Ammoniten sind die wichtigsten Leitfossilien dieser Periode.

Erstmals ist das Vorhandensein von Urvögeln nachweisbar,
deren bekanntester Vertreter der
Archaeopteryx ist.

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Die Kreide

Der Beginn der Kreidezeit liegt 135 Millionen Jahre zurück. Sie endet
vor 65 Millionen Jahren und ist die letzte Periode des Erdmittelalters.

Ihren Namen verdankt die Kreide der Schreibkreide, die einen Teil der Sedimente ausmacht.

Die Gebirgsfaltungen der alpidischen Ära halten in dieser Periode an. In weiten
Teilen zeigt die Erdoberfläche schon Konturen, die den heutigen ähneln.
(Amerika, Afrika, Vorderindien, Atlantik, Indik).

Das Klima in der Kreide ist allgemein kälter als im vorausgegangenen Jura, wobei
vom feuchtkalten Klima der Unterkreide zur Oberkreide eine Erwärmung erfolgt.

Die in der Erdgeschichte in ihrer Ausdehnung wohl grösste
Überflutung der Erdoberfläche findet indieser Periode statt.



...ein Sonnenschwamm der oberen Kreide

Nennenswerte Lagerstättenbildungen sind die Erdöllager des Nahen Ostens. In der
marinen Fauna sind Ichthyosaurier und Meereskrokodile deutlich weniger geworden.

Die Plesiosaurier erreichen eine erhebliche Grösse.

Riesige Echsen wie Mosasaurus gelten als schrecklichste Räuber der Kreidemeere.

Die Ammoniten, stratigraphisch immer noch von Bedeutung,
entwickeln abnorme, sog. heteromorphe Formen.

Bei Schnecken und Krabben erscheinen zahlreiche moderne Formen.

Eine deutliche Zunahme der Populationen kann bei den Foraminiferen, den Moostierchen,
den Schnecken und Muscheln, den Krebsen, Seeigeln und Fischen festgestellt werden.


...ein schöner Fund  "in der Kreide" sind Cidaris-Stacheln

An Land dominieren auf den verschiedenen Kontinenten unterschiedliche Saurierpopulationen.

Herdenartig umherziehenden Pflanzenfressern (z.B. Entenschnabel-Saurier) stehen die
fleischfressenden, riesigen Raubsaurier (z.B. Albertosaurus und Tyrannosaurus) gegenüber.

... in Lagerstätten der Kreide sind Pyritknollen in vielen kristallinen Stufen zu finden:

                   
feinkristallines Pyrit

und

die etwas gröbere Form des Pyrit


Die Fauna erlebt gegen Ende der Kreide einen deutlichen Einschnitt:
die Ammoniten, Belemniten und die Saurier sterben aus.

Die Säugetiere entwickeln sich zwar weiter (Insektivoren, Beuteltiere),
bleiben aber, gemessen an heutigen Exemplaren, relativ kleinwüchsig.

Neben den bisher nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae) breiten sich
die Bedecktsamer (Angiospermae) ab der mittleren Kreide schnell aus.

... nicht selten findet man "in der Kreide" die Überreste von Fossilien, um
die herum das Pyritauskristallisierte, wie diese Hälfte eines Gehäuses
von Galerites vulgaris, Lägerdorf bei Itzehoe.

 
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Trias - Perm


Das Perm


Vor 270 Millionen Jahren beginnt die letzte Periode des Erdaltertums, das Perm.
Es endet nach 40 Millionen Jahren mit dem Übergang in die Trias.

Eine Sedimentfolge im früheren russischen Gouvernement Perm
am
mittleren Ural gab dieser Periode den Namen.

Auf der Nordhalbkugel bildet sich in dieser Zeit aus den Landmassen von Nordamerika,
Mittel- und Nordeuropa und später auch Asien eine geschlossene Kontinentalmasse.
Diese grenzt im Süden an das Meer der Tethys.

Der Zusammenschluss mit dem Gondwana-Land führt zur Bildung des
Großkontinents Pangaea. Der Beginn des Zerfalls Gondwanas in einzelne
Kontinente liegt ebenfalls in dieser Periode.

 

Schizoblastus permicus
aus dem oberen Perm
von Timor (Indonesien)

Das Meer greift nur noch in den Randgebieten auf die Festlandmassen über.
Während im Gebiet der Tethys ein warmes Klima besteht, herrscht sowohl in
den
nördlichen als auch südlichen Gebieten ein kaltes Klima vor.

Im gesamten Perm kommt es zu umfangreichen Lagerstättenbildungen.
Kupfer, Erdöl, Erdgas, Steinkohlen und Salze finden wir in Sedimenten dieser Zeit.

In der Lebewelt des Perm setzt sich die im Karbon begonnene Umbildung fort.
sSäugetierähnliche Reptilien verdrängen die Amphiblen aus ihren Lebensräumen auf
dem Festland, werden kurz darauf jedoch von den Therapsiden, einer auf höherer
Entwicklungsstufe stehenden Reptilienordnung, zurückgedrängt. Während Quasten-
flosser und Lungenfische einen starken Populationsrückgang erleben,
sind die echten
Fische (Knochenfische) auf einem Höhepunkt ihrer Entwicklung.
Die Tabulaten-Stromatoporen-Riffgemeinschaften sind verschwunden.

Seelilien, Moostierchen und Seeigel sind im unteren Perm in grosser Vielfalt vorhanden.




Die Trias

Die Trias als erste Periode des Erdmittelalters beginnt
vor ca. 230 Millionen Jahren
und dauert ca. 45 Millionen Jahre.

Die deutliche Unterscheidung der drei Sedimentarten
- Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper -
war ausschlaggebend für die Namensgebung der Trias.

So gut wie alle Landmassen sind zu Beginn der Trias noch im Grosskontinent Pangaea vereint.
Die gegen Ende dieser Periode eintretende Aufspaltung in einzelne Kontinente ist noch so gering,
dass von einer Selbständigkeit der einzelnen Landmassen nicht gesprochen werden kann.

Die Tethys dringt auf Äquatorhöhe nördlich des alten Gondwanalandes meeresbuchtartig
in den Kontinent ein. Das übrige Meer greift nur noch in den Randbezirken auf die alten
Festlandsmassen über, dringt aber zeitweise lagunenartig ins Binnenland vor.
Hier kommt es zu lagunärterrestrischen Ablagerungen.

Nach dem Aussterben im Perm erholt sich die betroffene marine Fauna zunächst nur sehr zögernd.
Erst gegen Ende der Trias expandiert ein Teil der Tierarten wieder stärker und erreicht bei den
Weichtieren eine bis dahin nicht dagewesene Vielfalt. Andere, wie die Trilobiten und Panzerfische,
sind endgültig von der Bühne des Lebens verschwunden. Erstmals treten in dieser Periode
Meeressaurier auf. Aus der untersten Trias sind uns die Nothosaurier fossil überliefert, aus
denen sich im mittleren Trias die Plesiosaurier entwickeln, die während des gesamten
Mesozoikums präsent sind.

Ichthyosaurier und Placodontler beginnen ihre Entwicklung ebenfalls in dieser Zeit. In den
Sedimenten sind fossile Reste erster Krokodile vorhanden. Die säugetierähnlichen Reptilien
sterben aus. Ihr Erbe treten in der obersten Trias erste echte Säugetiere an. Zur beherr-
schenden Tiergruppe werden die aus den Thecodontiern hervorgegangenen Dinosaurier.


Zwei Tiergruppen, deren Nachfahren heute noch leben,
sind erstmals feststellbar: Frösche und Schildkröten.

Erste Flugsaurier erobern den Luftraum.

Bei den Landpflanzen gibt es gegenüber dem Ende der Vorperiode keine wesentlichen Ände-
rungen.
Nach wie vor sind Farne weit verbreitet. Vorherrschend bei den Bäumen sind Cycadeen,
die Koniferen und
die Gingkos, deren Nachfahren wir heute noch vorfinden.


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Kambrium - Ordovizium - Silur

Das Kambrium

Das Kambrium ist die früheste Periode des Erdaltertums.
Sie beginnt vor ca. 570 Millionen Jahren und dauert annähernd 70 Millionen Jahre.

Den Namen "Kambrium" erhielt diese Periode nach "Cambria", der römischen Bezeichnung für
Nordwales. In diesem Gebiet wurden die anstehenden Sedimente dieser Periode im vorigen
Jahrhundert von den Namensgebern SEDGWICK und MURCHISON erforscht.

Im Kambrium kommt es in den Randgebieten der Kontinentalschilde zu intensiven tektonischen
Bewegungen, mit denen auch starker Magmatismus einhergeht. In diese Zeit fällt der Beginn der
kaledonischen Gebirgsbildung.

Nach den großen Vereisungen in der Zeit vor dem Kambrium (dem Archaikum) setzt nunmehr
ein bis in die arktischen und antarktischen Breiten reichendes warmes Klima ein. Grosse Teile
der verschie
denen Kontinentalschilde werden wiederholt vom Meer weit überflutet.

Diesen Flachmeeren in Verbindung mit dem warmen Klima verdanken wir z.B. die Bildung zahl-
reicher kambrischer Algen-Riffe. In Trockengebieten kommt es zur Bildung von Salzlagerstätten.

Nachdem aus dem jüngeren Präkambrium nur Kleinlebewesen, in Form von Weichtieren, Algen
und niederen Pflanzen bekannt sind, treten im Kambrium "explosionsartig" zahlreiche schalen-

tragende Tiergattungen auf

Die inartikulaten Brachiopoden streben gegen Ende dieser Periode ihrer grössten Vielfalt entgegen.
Dagegen sind die artikulaten noch relativ schwach vertreten. Schnecken und Muscheln beginnen
ihre lange Entwicklung durch die Erdzeitalter, die bis in die Jetzt-Zeit reicht.

Bei den Kopffüssern treffen wir auf Fossilien erster Nautiloideen. Erste primitive Pelmatozoen
(gestielte Stachelhäuter) und frühe Formen von Graptolithen treten in Erscheinung. Neben den
Muschelkrebsen und Pfeilschwanzkrebsen sind bei den Gliedertieren die Trilobiten von
besonderer Bedeutung. Sie gestatten die biostratigraphische Gliederung des Kambriums;
z.B. von Schmidtiellusim
Unterkambrium über die Paradoxides-Arten im Mittelkambrium
bis zu Acerocare im obersten Oberkambrium.

Algen beherrschen die marine kambrische Flora.

Ein Leben auf dem Festland ist für diese Periode bisher nicht festgestellt worden.

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Das Ordovizium

Das Ordovizium ist die zweite Periode des Erdaltertums, sie beginnt vor ca. 500 Millionen Jahren
und
endet nach etwa 60 Millionen Jahren mit dem Übergang ins Silur.

Die Bezeichnung "Ordovizium" erhielt diese Periode nach dem keltischen Stamm der Ordovizier in
Wales, in dessen Wohngebiet die Sedimente dieser Periode oberflächennah anstehen.

Asaphus expansus, ein Trilobit des Unteren Ordoviziums,
Wolchow-Fluß (Region St. Petersburg)

Die im Kambrium begonnene kaledonische Gebirgsbildung setzt sich mit
lebhaften Krustenbewegungen in den Geosynklinalen fort.

Wie bereits im Kambrium herrscht auch im Ordovizium ein warmes Klima vor.
Lediglich auf Gondwana, dem Grosskontinent auf der Südhalbkugel, kommt es in
der Nähe des Südpols zu grossflächigen Vereisungen und Gletscherbildungen.

Weite Teile der Festländer werden auch weiterhin mehrfach vom Meer überflutet. In diesen
Flachmeeren kommt es im untersten Ordovizium zu sandigen Sedimentablagerungen, die
in jüngeren Stufen der Periode in kalkige übergehen. Oolithische Eisenerze, dunkle
Graptolithenschiefer und Kuckersit bilden sich neben vielen anderen Sedimenten.

Hällekis, Västergötland, Schweden

Der Lebensraum für Fauna und Flora ist immer noch das Meer.

Ob es schon Leben im Süsswasser gibt, ist noch unbekannt. Das Land ist nach wie vor unbesiedelt.

Die Fauna zeigt eine zunehmende Vielfält, insbesondere bei den Weichtieren, Gliedertieren
und Stachelhäutern. Einige Tiergruppen erreichen in dieser Periode den Höhepunkt ihrer

Entfaltung, beispielsweise die Graptolithen, die inartikulaten Brachiopoden und einige
Ordnungen der Kopffüsser, wobei bei letzteren die Ellesmeroceriden im gleichen Zeitraum
auch schon wieder aussterben.

Erstmalig erscheinen Korallen, Moostierchen, Seelilien und Seeigel. Die Trilobiten, in
annähernd gleichbleibender Populationsstärke vorhanden wie zu Beginn des Kambriums,
werden als Leitfossilien durch Graptolithen und Conodonten abgelöst.

Als erste Wirbeltiere kennen wir aus dieser Zeit vereinzelt bereits
Agnathen, eine Klasse kieferloser Fische.


Echinosphaerites aurantium GYLLENHAAL

Zu den wichtigen Funden des mittleren Ordoviziums von Schweden
gehört auch dieser Vertreter.

Sehr erfolgreiche Riffbildner sind Korallen
(Tabulaten und koloniebildende Rugosen) und Stromatoporen.

Als wichtige Gesteinsbildner erweisen sich die Kalkalgen.

Gegen Ende des Ordoviziums kommt es zu einem grossen Massenaussterben,
dem bei einzelnen Gattungen bis zu 50 % der Arten zum Opfer fallen.

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Das Silur

Das Silur ist zwischen dem Ordovizium und dem Devon eingeordnet und
beginnt vor ca. 440 Millionen Jahren.

Die Bezeichnung "Silur" erhielt diese Periode nach dem Wohngebiet der Silurer, einem keltischen
Volksstamm in Wales. In dieser Region sind die silurischen Sedimentschichten, wie auch vielerorts
sonst, oberflächennah zugänglich.

Gegen Ende des Silur schliesst die seit dem Kambrium andauernde kaledonische Gebirgsbildung ab.
In dieser Zeit entstehen die Appalachen, das schottische Hochland, das westskandinavische
Gebirge und das Brabanter Massiv.

In ariden Gebieten der damaligen Kontinente kommt es auf der nördlichen Halbkugel
zur Bildung riesiger Salzlagerstätten, so in Nordamerika und in Sibirien.

Unser heutiges Nordeuropa liegt zur Zeit des Silurs als selbständiger Kontinent "Baltica"
in der Nähe des Äquators. Weite Teile sind von Flachmeeren überflutet, in denen es zu
den mächtigen Ablagerungen der kalkigen Sedimente mit der tropischen Fauna und Flora,
die uns heute als Fossilien erhalten sind, kommt. Das gesamte Leben, sowohl Fauna als
auch Flora, ist nach heutigem Wissensstand rein marinen Charakters.

Erst gegen Ende dieser Periode erobern erste Pflanzen (die Psilophyten)
ufernahe Feuchtgebiete des Festlandes.

Die durch das Massenaussterben Ende des Ordoviziums entstandenen Reduzierungen in der
Tierwelt werden zu Beginn dieser Periode durch Diversifikationen überlebender Gattungen
und Arten wieder ausgeglichen. Eine grosse Artenvielfalt in Verbindung mit einer engen
Besetzung der Lebensbereiche zeichnen das Silur aus.

Neben den zahlreich vorhandenen Agnathen treffen wir auferste Panzerfische. Die Vielfalt der
Trilobiten nimmt deutlich ab, wohingegen die Muschelkrebse, die Nautiloideen, die artikulaten
Brachiopoden und die Schwämme den Höhepunkt ihrer Mannigfaltigkeit erreicht haben.

Die Korallen zeigen eine stetige Zunahme ihrer Arten und sind zusammen
mit den Stromatoporen weitverbreitete Riffbildner.

Neben den Conodonten sind die Graptolithen in Form verschiedener
Monograptus-Arten die wichtigsten Leitfossilien.

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zu den Texten


Die Texte zur "Einführung" sind unter Mitwirkung der Mitglieder der

"Geologisch-Paläontologischen Arbeitsgemeinschaft in Kiel"
anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens erstellt worden.

Für die Mitarbeit bedanken wir uns recht herzlich u.a. bei
Rolf Bertling, Wolfgang Bilz, Werner Drichelt, Helmut Köller,
Peter Lade, Rudolf Mende (†), Gerhard Müller (†), Axel Paulsen,
Fritz Risch (†), Dr. Frank Rudolph, Hans-Jürgen Schmütz,
Hannelore und Willy Bedey und Hilde Umlauff.